NLS 9 2025

Equipe Vitesse Audi R8 LMS GT3 Evo 2

Foto: Christian Schnurpfeil

NLS 9 2025

NLS9 am 27. September 2025 – Ein historischer Renntag in der Grünen Hölle

Text: Paul Schnurpfeil, 27.9.2025 17:48

Max Verstappen siegt bei seinem GT3‑Debüt, Ford überrascht mit Doppelpodium – und die NLS erlebt eines ihrer meistbeachteten Rennen aller Zeiten

Am 27. September 2025 kam die ADAC Nürburgring Langstrecken‑Serie (NLS) zu ihrem neunten Saisonlauf, dem 57. ADAC Barbarossapreis, auf die legendäre Nordschleife des Nürburgrings. Die Veranstaltung galt nicht nur als sportlicher Höhepunkt im Kalender, sondern auch als einer der prestigeträchtigsten Langstreckenläufe des Jahres. Auf der rund 24,4 Kilometer langen Kombination aus Nordschleife und Grand‑Prix‑Kurs gingen mehr als 100 Fahrzeuge verschiedener Klassen an den Start, doch im Mittelpunkt stand erneut die SP9‑GT3‑Kategorie, die weltweit als eine der härtesten GT3‑Konkurrenzen gilt.

Die Topklasse war dieses Mal besonders im Fokus, weil Max Verstappen, vierfacher Formel‑1‑Weltmeister, gemeinsam mit seinem Teamkollegen Christopher Lulham im Ferrari 296 GT3 für EMIL FREY RACING antrat. Es war Verstappens erstes echtes GT3‑Rennen auf der Nordschleife im Rahmen eines Multi‑Class‑Rennens, eine Premiere, die zahlreiche Motorsportfans an den Ring und vor die Bildschirme lockte.

Der neunte Saisonlauf wurde über die klassische Distanz von vier Stunden ausgetragen. Vom Start weg zeigte sich, dass Verstappen und Lulham das Rennen dominieren würden: Nachdem der Ferrari in den ersten Rennminuten nach vorne gefahren war, baute der Monaco geborene Fahrer schnell einen Vorsprung auf, den er kontinuierlich ausbaute. Runde für Runde fuhr der Ferrari konstant unter der Acht‑Minuten‑Marke und kontrollierte das Feld an der Spitze, während die Konkurrenz kaum in der Lage war, das Tempo von Verstappen mitzuhalten.

Parallel dazu formierte sich hinter dem Spitzenfahrzeug ein intensiver Kampf um die zweiten und dritten Positionen. Diese wurden letztlich von zwei Ford Mustang GT3‑Fahrzeugen der Haupt Racing Team besetzt, die das Rennen stabil und ohne größere Fehler über die volle Distanz brachten. Die Crew um Dennis Fetzer, Jann Mardenborough und Fabio Scherer sicherte sich am Ende den zweiten Platz mit einem Rückstand von 24,496 Sekunden auf den Ferrari, während das Schwesterfahrzeug mit Vincent Kolb und Frank Stippler auf dem dritten Rang ins Ziel kam.

Das Rennen selbst verlief bei überwiegend trockenen Bedingungen, doch wie so oft auf der Nordschleife war der Verkehr eine ständige Herausforderung für die Spitzenteams. Bei so vielen Teilnehmern aus unterschiedlich schnellen Klassen müssen die GT3‑Fahrer permanent langsame Fahrzeuge überrunden – ein Prozess, der nicht nur fahrerisches Geschick erfordert, sondern auch Einfluss auf die Strategie und den Rennverlauf hat. Jeder Verkehrskontakt und jeder Fehler kann Sekunden kosten, die in einem engen vierstündigen Rennen am Ende entscheidend sein können.

Die Performance von Verstappen und Lulham war dabei beeindruckend konstant. Während andere Fahrer und Teams im Verlauf des Rennens teilweise Zeit einbüssten – sei es durch Verkehrssituationen, suboptimale Reifenphasen oder leichte Korrekturen bei der Fahrzeugbalance – blieb der Ferrari 296 GT3 von EMIL FREY RACING nahezu fehlerfrei. Diese Zuverlässigkeit über eine solch lange Distanz ist ein Markenzeichen erfolgreicher Langstreckenrennen, bei denen nicht nur Geschwindigkeit, sondern auch Fahrzeugpflege und taktisches Management zählen.

Ein Blick auf die offiziellen Endzeiten zeigt, wie klar die Reihenfolge war: Nach exakt 4:00:29,123 Stunden Renndistanz hatte der Sieger mehr als eine halbe Minute Vorsprung auf die Mustang‑Fahrzeuge, was in einer SP9‑Klasse mit hoher Leistungsdichte deutlich macht, wie überlegen der Ferrari unterwegs war. Die schnellste Runde des Rennens wurde ebenfalls vom Ferrari gefahren (7:51,514 Minuten), ein Hinweis darauf, dass das Team von Anfang an das Tempo bestimmte.

Abseits der Spitze bot der Barbarossapreis auch in anderen Klassen interessante Geschichten. In der SP9‑AM‑Kategorie siegte ein Lamborghini Huracán GT3 EVO2, der mit einem engagierten Fahrertrio aus Sak Nana, Christoph Breuer und Dieter Schmidtmann aufwartete, und auch in den Cup‑Kategorien sowie bei den seriennahen Fahrzeugen gab es enge Positionskämpfe und ausgeglichene Felder.

In der Gesamtwertung der Saison 2025 rückte dieser neunte Lauf die Kräfteverhältnisse noch einmal klarer zurecht. Teams wie Haupt Racing Team festigten ihre Positionen im SP9‑Gesamtklassement, während EMIL FREY RACING eindrucksvoll zeigte, welches Potential sie mit dem Ferrari mobilisieren können. Die Balance of Performance (BoP) – ein System zur Angleichung der Leistungsfähigkeit der verschiedenen GT3‑Modelle – spielte dabei eine maßgebliche Rolle, war jedoch an diesem Tag offenbar zugunsten des Ferrari gut abgestimmt, da das Fahrzeug sowohl bei Topspeed als auch in den technischen Sektionen der Strecke überzeugte.

In der Summe war der Barbarossapreis ein Rennen, das sowohl sportlich als auch organisatorisch beeindruckte: Eine große Anzahl klassischer Teilnehmer auf der Nordschleife, der Auftritt eines international bekannten Spitzenfahrers in einem GT3‑Fahrzeug und ein durchgehend hohes Tempo über vier Stunden machten diesen NLS‑Lauf zu einem der denkwürdigsten der Saison 2025. Für die GT3‑Teams heißt es nun, die gewonnenen Daten und Erfahrungen in die Vorbereitung auf das Saisonfinale zu übertragen, um dort noch einmal auf höchstem Niveau um Punkte und Podiumsplatzierungen zu kämpfen.

HRT Ford Mustang GT3

Foto: Paul Schnurpfeil

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.