Scherer-PHX Start NLS2

Scherer-PHX mit starkem Audi-Aufgebot bei NLS2 2026

Foto: Christian Schnurpfeil

Text: Christian Schnurpfeil 19.3.2026, 17:50

Nürburg. Wenn am 21. März 2026 die zweite Runde der Nürburgring Langstrecken-Serie über die Bühne geht, richtet sich der Blick vieler Beobachter auf ein Team, das wie kaum ein anderes für Kontinuität und Erfolg auf der Nordschleife steht: Scherer-PHX. Der Zusammenschluss aus Phoenix Racing und Scherer Sport tritt auch 2026 wieder unter gemeinschem Banner an – und setzt dabei auf ein starkes Audi-Aufgebot.

Bereits im Qualifying zum zweiten Saisonlauf setzte die Mannschaft ein deutliches Ausrufezeichen. Christopher Haasestellte den Scherer-PHX-Audi R8 LMS GT3 mit der Startnummer 16 auf Rang zwei der Startaufstellung. Geschlagen geben musste er sich lediglich Max Verstappen, der im Mercedes-AMG GT3 von Winward Racing die Bestzeit markierte. Dieses Ergebnis unterstreicht eindrucksvoll, dass Phoenix Racing auch in der Saison 2026 zu den stärksten Audi-Vertretern auf der Nordschleife zählt.

NLS2 als erste echte Standortbestimmung

Der zweite Lauf der Saison hat traditionell eine besondere Bedeutung. Während beim Auftakt häufig noch nicht alle Topteams in voller Stärke antreten, gilt NLS2 als erste echte Standortbestimmung im Kräftevergleich der Hersteller. Für Scherer-PHX bedeutet das vor allem eines: eine belastbare Einschätzung der eigenen Performance. Im Fokus steht dabei der Audi R8 LMS GT3, der sich im direkten Vergleich mit der Konkurrenz von BMW, Porsche, Mercedes-AMG und Lamborghini behaupten muss. Gerade gegen Werksteams wie ROWE Racing oder etablierte Porsche-Programme zeigt sich, ob das Gesamtpaket aus Fahrzeug, Setup und Fahrerbesetzung konkurrenzfähig ist. Darüber hinaus dient das Rennen als Grundlage für das weitere Feintuning. Daten aus dem Qualifying und dem Rennen fließen direkt in die Vorbereitung der kommenden Läufe sowie der entscheidenden Qualifikationsrennen für das 24-Stunden-Event ein.

Fokus auf das 24-Stunden-Rennen

Das große Ziel der Saison bleibt das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, das vom 14. bis 17. Mai 2026 stattfindet. Für Phoenix Racing hat dieses Rennen seit jeher höchste Priorität. Kaum ein anderes Team ist so eng mit diesem Klassiker verbunden. NLS2 stellt dabei einen zentralen Baustein in der Vorbereitung dar. Anders als bei Testfahrten unter kontrollierten Bedingungen liefert ein echtes Rennen unverfälschte Erkenntnisse. Dazu zählen unter anderem:

  • Reifenverschleiß über längere Stints
  • das Verhalten des Fahrzeugs im dichten Verkehr
  • Auswirkungen der Balance of Performance
  • sowie strategische Abläufe bei Boxenstopps und Code-60-Phasen

Gerade auf der anspruchsvollen Kombination aus Grand-Prix-Kurs und Nürburgring Nordschleife sind diese Faktoren entscheidend. Jeder Rennkilometer hilft, das Gesamtpaket weiter zu optimieren. Phoenix Racing gehört seit Jahrzehnten zu den prägenden Größen am Nürburgring. Mit fünf Gesamtsiegen beim 24-Stunden-Rennen sowie zahlreichen Erfolgen in der NLS zählt das Team zu den erfolgreichsten Teilnehmern der Serie. Der Erfolg basiert auf mehreren Faktoren: einer akribischen Vorbereitung, erfahrenen Fahrern und einer strategisch starken Teamführung. Besonders im Langstreckensport, wo Konstanz und Fehlervermeidung oft wichtiger sind als reine Geschwindigkeit, spielt Phoenix Racing seine Stärken aus. Hinzu kommt die langjährige Erfahrung mit Audi GT3-Fahrzeugen. Diese technische Kontinuität ermöglicht es dem Team, auch unter wechselnden Bedingungen schnell die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Hochkarätige Konkurrenz erhöht den Druck

Der zweite Saisonlauf 2026 ist außergewöhnlich stark besetzt. Neben Scherer-PHX kämpfen zahlreiche Topteams um die Spitzenplätze. Dazu zählen unter anderem:

  • Winward Racing mit einem Mercedes-AMG GT3
  • Walkenhorst Motorsport mit Aston Martin 
  • Falken Motorsport mit dem Porsche 911 GT3 R 
  • sowie Lamborghini-Einsätze unter Beteiligung von Abt Sportsline

Diese Konkurrenz macht NLS2 zu einem echten Härtetest. Gleichzeitig bietet genau dieses Niveau die perfekte Gelegenheit, die eigene Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen.

Der Audi R8 LMS GT3 als bewährte Konstante

Auch ohne ein komplett neues Modell bleibt der Audi R8 LMS GT3 eine feste Größe im GT3-Sport. Gerade auf der Nordschleife spielen seine Eigenschaften eine wichtige Rolle. Das Fahrzeug überzeugt durch eine hohe Stabilität über lange Distanzen, eine verlässliche Bremsperformance und eine gute Traktion – insbesondere in langsamen und mittelschnellen Passagen. Im dichten Verkehr, der typisch für die NLS ist, zeigt sich zudem die ausgewogene Balance des Fahrzeugs als Vorteil. Diese Qualitäten machen den Audi zu einer idealen Wahl für Langstreckenrennen, bei denen es nicht nur um einzelne schnelle Runden, sondern um konstante Leistung über mehrere Stunden geht. Für Phoenix Racing ist die Saison 2026 auch eine Frage der sportlichen Positionierung. Nach intensiven Duellen in den vergangenen Jahren will sich das Team wieder regelmäßig im Kampf um Gesamtsiege etablieren. Ein entscheidender Faktor ist dabei die Fahrerbesetzung. Mit Piloten wie Christopher Haase verfügt Scherer-PHX über ausgewiesene Nordschleifen-Spezialisten, die sowohl im Qualifying als auch im Rennen den Unterschied machen können. Auch der Standortvorteil spielt eine Rolle. Die Nähe zur Eifel ermöglicht kurze Wege, intensive Vorbereitung und flexible Reaktionen auf wechselnde Bedingungen – ein nicht zu unterschätzender Vorteil in einer Serie, in der das Wetter oft eine entscheidende Rolle spielt.

Rennformat und Bedingungen

Der Barbarossapreis 2026 folgt dem bewährten Format der NLS. Das Qualifying findet am Morgen statt, bevor um 12 Uhr das vierstündige Rennen gestartet wird. Charakteristisch sind dabei der fliegende Start sowie das System der Code-60-Phasen, das klassische Safety-Car-Einsätze ersetzt. Gerade im März sind die Bedingungen auf der Nordschleife oft unbeständig. Kühle Temperaturen, wechselhafte Witterung und unterschiedliche Gripniveaus stellen zusätzliche Herausforderungen dar – Bedingungen, unter denen erfahrene Teams wie Phoenix Racing traditionell gut zurechtkommen. Mit der starken Ausgangsposition aus dem Qualifying und der bewährten Teamstruktur bringt Scherer-PHX alle Voraussetzungen für ein Top-Ergebnis mit. Ein Platz auf dem Podium ist unter diesen Umständen ein realistisches Ziel, zumal das Team sowohl fahrerisch als auch strategisch bestens aufgestellt ist. Auch ein Sieg ist nicht ausgeschlossen – vorausgesetzt, das Rennen verläuft fehlerfrei und die äußeren Bedingungen spielen mit. Gerade in der NLS entscheidet oft nicht nur die reine Geschwindigkeit, sondern das Gesamtpaket aus Konstanz, Strategie und Timing.

Fazit

Der Auftritt von Scherer-PHX bei NLS2 2026 zeigt einmal mehr, dass Phoenix Racing auch in dieser Saison zu den Schlüsselakteuren auf der Nordschleife gehört. Mit einem starken Qualifying-Ergebnis, einem erfahrenen Fahreraufgebot und dem bewährten Audi R8 LMS GT3 hat das Team beste Voraussetzungen für ein erfolgreiches Rennen. Gleichzeitig ist der Barbarossapreis weit mehr als nur ein weiterer Saisonlauf. Für Phoenix Racing markiert er einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zum 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring – dem Höhepunkt des Jahres und dem ultimativen Gradmesser im Langstreckensport.

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