NLS 3 2025

Hofor Racing BMW M4 GT4 

Foto: Paul Schnurpfeil

NLS 3 2025

NLS3 am 10. Mai 2025 – Ein Renntag der Superlative

Text: Paul Schnurpfeil, 10.5.2025 19:33

Manthey EMA triumphiert mit Güven und Preining, ein Rekord‑Starterfeld begeistert – und die Nordschleife zeigt sich von ihrer besten Seite

Am Wochenende des 9. und 10. Mai 2025 traf sich die Motorsport‑Szene erneut auf der traditionsreichen Nürburgring Nordschleife zum dritten Saisonlauf der Nürburgring Langstrecken-Serie – der 56. Adenauer ADAC Rundstrecken‑Trophy, auch bekannt als NLS 3. Nachdem die ersten beiden Veranstaltungen des Jahres schon GT‑Action versprochen hatten, setzte dieser Lauf ein weiteres Ausrufezeichen: Rund 134 Fahrzeuge aus diversen Klassen standen am Start, darunter auch ein starkes Feld in der Topklasse SP9‑Pro, in dem GT3‑Fahrzeuge der internationalen Hersteller um den Gesamtsieg kämpften.

Zum dritten Saisonrennen der NLS war die Strecke wieder in hervorragender Verfassung, und bei meist trockenen Bedingungen erwartete die Fahrer ein klassisches Langstreckenrennen über vier Stunden. Die große Vielfalt der Teilnehmer – vom seriennahen Tourenwagen bis hin zum professionellen GT3‑Renner – bewies einmal mehr die besondere Attraktivität der Serie als Breiten‑ und Leistungssportplattform auf einer der anspruchsvollsten Rennstrecken Europas.

Von Beginn an entwickelte sich in der SP9‑Pro‑Klasse ein intensiver Kampf um die Führung. Anders als bei den ersten beiden Saisonläufen gelang es der Nummer‑911‑Mannschaft von Manthey‑EMA in diesem Rennen, sich an die Spitze zu setzen. Das Duo aus Thomas Preining und Ayhancan Güven zeigte über die gesamte Renndistanz eine starke Leistung im Porsche 911 GT3 R und überquerte die Ziellinie als erste SP9‑Pro‑Gesamtfahrzeuge. Ihr Sieg war ein deutlicher Beweis für Qualitäten in Konstanz, Strategie und Renngeschwindigkeit, mit denen sie sich gegen die breite Konkurrenz durchsetzen konnten.

Der Kampf an der Spitze war hart umkämpft, denn hinter dem Manthey‑Porsche folgten enge Verfolger, bei denen es über weite Strecken kaum nennenswerte Abstände gab. Auf Platz zwei klassierte sich das Team des Mercedes‑AMG Team GetSpeed mit den Fahrern Maro Engel, Fabian Schiller und Luca Stolz im Mercedes‑AMG GT3. Dieser Rennwagen zeigte beeindruckende Rennpace, lag zeitweise sogar in Führung und brachte sich mit konstant schnellen Sektorzeiten immer wieder in entscheidende Positionen. Am Ende fehlten dem Mercedes‑Gesamttrio lediglich 11,163 Sekunden auf den Sieger – angesichts der komplexen Verkehrssituation auf der langen Nordschleife ein ausgesprochen knappes Ergebnis.

Den dritten Rang im Gesamtklassement belegte ein weiterer Porsche‑911‑GT3‑R, pilotiert vom Falken‑Motorsports‑Team. Während die beiden erstplatzierten Fahrzeuge um den Gesamtsieg kämpften, lieferte dieser Bolide eine starke und fehlerfreie Leistung ab und komplettierte das sportlich hochklassige Podium.

Wie in der NLS üblich hatten auch in diesem Rennen die Verkehrsverhältnisse entscheidenden Einfluss auf das Renngeschehen. Auf der Nordschleife teilen sich extrem schnelle GT3‑Fahrzeuge die Strecke mit deutlich langsameren Klassen – von seriennahen BMW 325i über Cup‑2‑Porsche bis zu TCR‑Tourenwagen. Dieses Gemenge wirkt sich nicht nur auf die Überrundungssituationen aus, sondern beeinflusst auch Boxenstopp‑Strategien und die Fahrzeugbalance während des Rennens. Die besten Teams schaffen es hier, auch im Verkehr eine konstante Pace zu halten und wichtige Zeitgewinne durch saubere Überrundungen zu realisieren.

Neben der SP9‑Pro‑Klasse bot das dritte Saisonrennen der NLS auch in den anderen Kategorien spannende Augenblicke. In der AT2‑Klasse zeichnete sich erneut ein Porsche 992 GT3 Cup des Max‑Kruse‑Racing‑Teams aus, der sich zum dritten Mal in dieser Saison den Klassensieg sicherte und dabei auch im Gesamtfeld eine respektable Platzierung erzielte. Fahrer wie Dominik Fugel, Marcel Fugel und Moritz Oestreich lobten vor allem die Zuverlässigkeit ihres Fahrzeugs und den guten Rhythmus, der ihnen einen starken Auftritt in ihrer Klasse ermöglichte.

In den weiteren Klassen kamen zahlreiche Teams zu Wertungen und Klassensiegen, die ihre eigenen Meisterschaften innerhalb des NLS‑Gesamtfeldes entschieden. Von BMW M2 CS‑Fahrern mit engen Duellen über Tourenwagen bis zu Rennsportfahrzeugen wie dem Porsche 718 Cayman GT4 RS CS M reichte die Vielfalt, was das Gesamtbild des dritten Saisonlaufs abrundete und für Motorsportfans aller Art zahlreiche Geschichten und Diskussionen bot.

Aus sportlicher Sicht war NLS3 ein Wendepunkt in der Saison 2025: Erstmals seit den Auftaktrennen setzte sich ein anderes Team an die Spitze der SP9‑Pro‑Wertung, was signalisiert, wie eng das Kräftefeld in der GT3‑Spitze der Serie ist. Manthey‑EMA zeigte an diesem Wochenende eine nahezu perfekte Mischung aus Geschwindigkeit, Strategie und Fehlervermeidung – Eigenschaften, die in der Langstrecke auf der Nordschleife von unverzichtbarer Bedeutung sind.

Zugleich verdeutlichte der knappe zweite Platz des Mercedes‑AMG‑Teams, wie sehr sich die Leistungsdichte auf hohem Niveau bewegt. Die GetSpeed‑Mannschaft hatte immer wieder die Chance, das Rennen an sich zu reißen, doch kleine Unterschiede beim Verkehr im Überrundungsprozess und feine Nuancen im Reifenmanagement entschieden schließlich zugunsten des Manthey‑Porsche – ein Ergebnis, das auf die Bedeutung von Strategie im Langstreckensport hinweist.

Für viele Teams bedeutete dieser dritte Saisonlauf auch einen wichtigen Zwischenschritt im Hinblick auf den weiteren Verlauf der Meisterschaft. In der Gesamtwertung rückten einige Mannschaften nach vorn, während andere das Wochenende nutzen mussten, um Daten und Erfahrung für spätere Rennen zu sammeln. Besonders im Hinblick auf die bevorstehenden Qualifikationsläufe für das 24‑Stunden‑Rennen auf dem Nürburgring und die zweite Saisonhälfte ist die Performance in NLS3 ein wertvoller Maßstab für die Leistungsfähigkeit des eigenen Materials und der strategischen Ausrichtung.

In der Summe bot der dritte Lauf der Nürburgring Langstrecken‑Serie 2025 erneut packenden Motorsport, indem er sowohl die Leistungsfähigkeit internationaler GT3‑Teams als auch die taktische Tiefe eines Langstreckenrennens über vier Stunden eindrucksvoll zur Schau stellte. Mit Manthey‑EMA als Sieger und einem engen Verfolgerfeld bleibt die Serie auch in ihrer dritten Runde spannend – mit Blick auf die noch ausstehenden Rennen verspricht diese Saison reichlich Hochspannung und sportliche Höhepunkte.

Foto: Paul Schnurpfeil

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