Max Verstappen vor NLS-Start

Verstappen Racing Mercedes AMG GT3
Foto: Paul Schnurpfeil
Max Verstappen – Ein außergewöhnlicher Saisonstart auf der Nordschleife
Text: Paul Schnurpfeil, 19.3.2026 13:22
Wenn am 21. März 2026 der zweite Lauf der Nürburgring‑Langstrecken‑Serie (NLS 2) gestartet wird, richtet sich der Blick der gesamten Motorsportwelt auf einen Fahrer, der die Nordschleife bereits 2025 elektrisiert hat: Max Verstappen, viermaliger Formel‑1‑Weltmeister und einer der prägendsten Rennfahrer seiner Generation. Dass Verstappen an diesem Wochenende überhaupt am Start stehen kann, ist das Ergebnis intensiver Abstimmungen zwischen der NLS, dem Nürburgring, der Rundstrecken‑Challenge Nürburgring (RCN) und nicht zuletzt Mercedes‑AMG. Die Serie hat ihren Kalender eigens angepasst, um dem Red‑Bull‑Piloten ein Vorbereitungsrennen für das ADAC Ravenol 24h‑Rennen Nürburgring 2026 zu ermöglichen.
Ein verschobener Rennkalender für einen Weltmeister
Ursprünglich sollte NLS 2 am 28. März stattfinden – exakt parallel zum Großen Preis von Japan. Für Verstappen wäre ein Start damit unmöglich gewesen. Die Verantwortlichen der NLS reagierten jedoch flexibel und verlegten das Rennen eine Woche nach vorne auf den 21. März 2026, sodass es nun zwischen den Formel‑1‑Stationen China und Japan liegt. NLS‑Geschäftsführer Mike Jäger betonte, dass die Entscheidung „unter Abwägung aller Interessen im Sinne des Motorsports“ getroffen wurde. Die enorme internationale Aufmerksamkeit, die Verstappen bereits 2025 durch seinen Gaststart erzeugt hatte, sei ein klarer Mehrwert für die Serie. Auch die RCN zeigte sich kooperativ und tauschte ihren eigenen Termin, um die Verschiebung zu ermöglichen. Selbst der Nürburgring als Betreiber unterstützte die Anpassung.
Verstappen und die Nordschleife – eine besondere Beziehung
Max Verstappen hat im vergangenen Jahr eindrucksvoll bewiesen, dass er nicht nur in der Formel 1, sondern auch im GT3‑Sport zu den stärksten Fahrern gehört. Bei seinem ersten NLS‑Einsatz 2025 im Ferrari 296 GT3 gewann er auf Anhieb das Rennen – ein Erfolg, der in der Szene für Aufsehen sorgte. 2026 setzt Verstappen nun auf einen Mercedes‑AMG GT3, mit dem er bereits erste Testfahrten absolviert hat. Dass Mercedes‑Motorsportchef Toto Wolff und Konzernchef Ola Källenius sich persönlich für die Kalenderanpassung eingesetzt haben sollen, unterstreicht die Bedeutung dieses Projekts. Motorsport-Total.com Für Verstappen ist die Nordschleife mehr als nur ein Abstecher: Das 24‑Stunden‑Rennen steht seit Jahren auf seiner persönlichen Wunschliste. „Das 24‑Stunden‑Rennen auf dem Nürburgring steht seit Langem auf meiner Bucketlist“, erklärte er im Vorfeld.
Vorbereitung auf das 24‑Stunden‑Rennen
Das 24h‑Rennen findet vom 14. bis 17. Mai 2026 statt und gilt als eines der härtesten Langstreckenrennen der Welt. Die Kombination aus der 20,8 Kilometer langen Nordschleife und dem Grand‑Prix‑Kurs stellt selbst erfahrene Profis vor enorme Herausforderungen. Für Verstappen ist klar: Ein Start ohne vorherigen Renneinsatz auf der Nordschleife kommt nicht infrage. Zwar ist ein NLS‑Start nicht verpflichtend, doch Verstappen selbst betrachtet ihn als essenziellen Bestandteil seiner Vorbereitung. Sein Team für das 24h‑Rennen ist hochkarätig besetzt: Lucas Auer, Jules Gounon und Daniel Juncadella – allesamt GT‑Topfahrer – werden gemeinsam mit ihm im Mercedes‑AMG GT3 antreten. Das Ziel ist klar: der Gesamtsieg.
Warum Verstappen 2026 mehr GT‑Einsätze fährt
Die Formel‑1‑Saison 2026 bringt ein neues Reglement mit sich, das laut Verstappen „sehr komplex“ wird. Dennoch hat er betont, dass er sich neben der F1 auch anderen Rennserien widmen möchte – sofern es der Kalender zulässt. Sein Engagement im GT3‑Sport hängt dabei stark von der Terminplanung und der Freigabe seines Teams Red Bull Racing ab. Für 2026 liegt diese Freigabe vor – ein entscheidender Faktor, der seinen Start beim 24h‑Rennen erst möglich macht. Fakt ist jedoch: Der neue NLS‑Termin liegt perfekt im F1‑Kalenderfenster, sodass Verstappen ohne Konflikte starten kann.
Sportliche Erwartungen an NLS 2
Mit Verstappen am Start erhält NLS 2 eine internationale Aufmerksamkeit, wie sie die Serie nur selten erlebt. Die Nordschleife ist ein Terrain, das Erfahrung, Mut und Präzision verlangt – Eigenschaften, die Verstappen in der Formel 1 regelmäßig unter Beweis stellt. Sein Wechsel auf den Mercedes‑AMG GT3 wird mit Spannung erwartet. Das Fahrzeug gilt als eines der stabilsten und konkurrenzfähigsten GT3‑Modelle, besonders auf der Nordschleife. Die ersten Testfahrten verliefen vielversprechend. Für die Konkurrenz bedeutet Verstappens Teilnahme eine zusätzliche Herausforderung. Teams aus der DTM, der GT World Challenge und der NLS selbst werden versuchen, dem Formel‑1‑Star Paroli zu bieten.
Die Bedeutung für die NLS
Die NLS profitiert enorm von Verstappens Engagement. Bereits 2025 sorgte sein Start für einen massiven Anstieg internationaler Medienpräsenz. Die Serie möchte diesen Effekt 2026 weiter nutzen. Die Entscheidung, den Kalender anzupassen, zeigt, wie flexibel und strategisch die Verantwortlichen agieren. Für die Teams bedeutet die Verschiebung zwar organisatorischen Aufwand, doch der Mehrwert – mehr Zuschauer, mehr Sponsoreninteresse, mehr Reichweite – überwiegt deutlich.
Ausblick auf das 24‑Stunden‑Rennen
Mit Verstappen am Start wird das 24h‑Rennen 2026 zu einem der meistbeachteten Motorsportereignisse des Jahres. Die Veranstalter rechnen mit einem deutlichen Zuschauerzuwachs, insbesondere aus den Niederlanden. Für Verstappen selbst ist das Rennen ein Meilenstein. Er betont zwar, dass die Formel 1 weiterhin seine oberste Priorität bleibt, doch der Reiz der Nordschleife und die Herausforderung des 24‑Stunden‑Rennens sind für ihn ein besonderer Antrieb. Der Start von Max Verstappen bei NLS 2 am 21. März 2026 ist weit mehr als ein prominenter Gastauftritt. Er ist ein strategischer Baustein seiner Vorbereitung auf das 24‑Stunden‑Rennen und ein starkes Signal für die Bedeutung des GT‑Sports im internationalen Motorsport. Die NLS hat mit der Terminverschiebung ein klares Zeichen gesetzt: Man ist bereit, flexibel zu handeln, wenn es dem Sport und seiner internationalen Wahrnehmung dient. Für Verstappen beginnt an diesem Wochenende ein neues Kapitel seiner Karriere – eines, das die Grenzen zwischen Formel 1 und Langstreckensport weiter verwischt und die Faszination Nordschleife einem weltweiten Publikum näherbringt.

Verstappen Racing Mercedes AMG GT3
Foto: Paul Schnurpfeil