
Falken Motorsport Porsche 911 GT3 R
Foto: Chrisitan Schnurpfeil
NLS 6 2025
NLS6 am 16. August 2025 – Das 6‑Stunden‑Highlight der Saison
Text: Paul Schnurpfeil, 16.8.2025 21.12
Die zweite Saisonhälfte beginnt mit Strategie, Ausdauer und einem hochklassigen Starterfeld
Am 16. August 2025 kehrte die ADAC Nürburgring Langstrecken‑Serie (NLS) nach der traditionellen Sommerpause auf die legendäre Nordschleife zurück – und zwar nicht mit einem Standardrennen, sondern mit dem KW 6h ADAC Ruhr‑Pokal‑Rennen, dem einzigen sechsstündigen Lauf der Saison 2025. Dieser Lauf stellte den sportlichen Höhepunkt der Saisonhälfte dar und wurde von zahlreichen Top‑Teams und Werks‑ oder werkunterstützten Fahrzeugen aus der SP9‑GT3‑Kategorie dominiert.
Der Ruhr‑Pokal ist für viele Teams der erste große Langstreckentest nach der Sommerpause und gilt gleichzeitig als Vorbereitung für die verbleibenden Saisonrennen und das Saisonfinale. Ursprünglich als sechs Stunden angesetzt, musste das Rennen aufgrund dichter Morgennebel und verzögerter Abläufe später am Tag gestartet werden, sodass die tatsächliche Renndauer auf rund 4 ½ Stunden verkürzt wurde. Dennoch bot die Veranstaltung volle Langstrecken‑Action mit einem engen Feld, ausgefeilten Strategien und hoher Dauerbelastung für Mensch und Material.
Vor dem Rennen stellte das Zeittraining eine Herausforderung dar: Später Start, verkürzte Sitzungen und feuchte Streckenabschnitte ließen nur 40 Minuten Qualifying zu – Zeit, die über die beste Startposition entschied und Teams vor taktische Entscheidungen stellte. Trotzdem meldete sich das stark besetzte Feld mit zahlreichen prominenten GT3‑Teams zurück, darunter auch Falken Motorsports mit zwei Porsche 911 GT3 R, Black Falcon und das Haupt Racing Team mit dem neuen Ford Mustang GT3, der mittlerweile in der Spitzengruppe angekommen ist.
Als das Rennen schließlich freigegeben wurde, zeigte sich schnell, dass das Team von Falken Motorsports seine herausragende Stellung in der diesjährigen Serie einmal mehr bestätigen wollte. In der hart umkämpften SP9‑Pro‑Klasse setzten sich zwei Porsche 911 GT3 R des Teams von Anfang an an die Spitze des Feldes und bestimmten das Tempo. Über die gesamte Renndistanz hinweg agierten die beiden Falken‑Boliden als gleichwertige Konkurrenten und lieferten sich ein enges Duell um den Gesamtsieg.
Am Ende war es der Porsche mit der Startnummer 3, besetzt mit Klaus Bachler und Sven Müller, der die Nase vorn hatte. Nach einer fehlerfreien Vorstellung über 33 gewertete Runden beendeten sie den Rennensteil als Erstplatzierte und sicherten sich damit den Gesamtsieg in der SP9‑Pro‑Kategorie. Der Abstand auf das Schwesterfahrzeug mit Dennis Marschall und Nico Menzel betrug am Ende lediglich 5,127 Sekunden, was die unmittelbare sportliche Nähe im Team unterstrich.
Hinter dem dominierenden Falken‑Doppel kam ein weiterer Höhepunkt für die Serie: Das Haupt Racing Teamerreichte im Ford Mustang GT3 den dritten Rang. Die Mannschaft um Vincent Kolb, Frank Stippler und Patrick Assenheimer fuhr eine konstante Leistung und belegte damit nicht nur einen Podiumsplatz, sondern markierte zugleich eine wichtige Premiere für den Mustang‑Boliden in der NLS‑Langstreckenklasse. Dieser dritte Platz war nicht nur für das Team selbst ein bedeutender Erfolg, sondern auch ein Zeichen dafür, wie stark das Fahrzeug mit dem 5,2‑Liter‑V8 in der anspruchsvollen Grünen Hölle mittlerweile ist.
Neben der reinen Spitze zeigte das NLS‑6‑Rennen seine ganze Tiefe durch viele weitere Klasse‑Kämpfe. In der SP9‑Pro‑Am‑Wertung gewann ein Porsche 911 GT3 R aus dem Black Falcon‑Team, während darunter zahlreiche andere Teams in enger Konkurrenz unterwegs waren. Auch die Cup‑Klassen mit seriennäheren Fahrzeugen sowie die Tourenwagen‑Klassen trugen mit ihren eigenen hart umkämpften Duellen zur Gesamtattraktivität des Rennens bei.
Interessant ist in diesem Kontext auch die Statistik der SP9‑Kategorien über die Saison hinweg: Bis einschließlich NLS6 stand Falken Motorsports regelmäßig an der Spitze, und mit dem Sieg beim Ruhr‑Pokal festigte das Team seine Position weiter. Die Mischung aus erfahrener Fahrerpaarung, ausgefeilter Strategie und technisch zuverlässigem Fahrzeug zahlte sich in diesem herausfordernden Langstreckenlauf aus, an dem rund 107 Fahrzeuge am Start waren und etwa 94 gewertet wurden.
Das Rennen am 16. August war nicht nur ein sportlicher Höhepunkt, sondern auch aufgrund seiner Länge und der Bedingungen ein Gradmesser für die Leistungsfähigkeit der Top‑Teams. Besonders im GT3‑Feld zeigte sich, wie wichtig nicht nur reine Geschwindigkeit, sondern auch Konstanz, präzise Boxenarbeit und das Management des Verkehrs sind – denn die Nordschleife mit ihrem Mix aus schnellen Abschnitten und engen Kurven verlangt den Fahrern alles ab.
In der Gesamtwertung der NLS‑Saison 2025 blieb der sechste Lauf ein wichtiger Meilenstein: Für Falken Motorsports bedeutete der erneute Sieg eine weitere Bestätigung ihrer Dominanz in der Serie, während andere Teams wie Haupt Racing Team und Black Falcon gezeigt haben, dass sie mit ihren GT3‑Fahrzeugen taktisch und fahrerisch konkurrenzfähig sind. Für die Fans und Beobachter der Serie war dieser Lauf ein weiterer Beleg dafür, dass Langstreckenrennen auf der Nordschleife trotz aller bekannten Herausforderungen auch in der zweiten Saisonhälfte packende Duelle und sportlich erstklassige Leistungen bieten.

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Foto: Paul Schnurpfeil