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Foto: Paul Schnurpfeil
NLS 2
ADAC Ruhrpott‑Trophy 2025 – Ein neuer Name, ein volles Haus und ein Rennen, das Maßstäbe setzt
Text: Paul Schnurpfeil, 26.4.2025 20:18
Ein Rennen, dass die Leistungsdicht unterstreicht
Am 25./26. April 2025 ging die ADAC Nürburgring Langstrecken‑Serie (NLS) zum zweiten Saisonlauf auf die Kombination aus Nürburgring Nordschleife und Grand‑Prix‑Strecke. Dieser Lauf trug erstmals den Titel ADAC Ruhrpott‑Trophy und bildete einen frühen Höhepunkt im Kalender der Serie, die über zehn Veranstaltungen die Langstreckensaison prägt. Mehr als 130 Fahrzeuge aus unterschiedlichsten Klassen gingen auf die vierstündige Renndistanz, darunter zahlreiche GT3‑Boliden in der SP9‑Pro‑Kategorie, die traditionell im Mittelpunkt des sportlichen Interesses stehen. Dieses Rennen bot eine Mischung aus packender Action, strategischen Herausforderungen und einer beeindruckenden Siegesserie eines der dominantesten Teams der Saison.
Die Bedingungen für das Rennen am Nürburgring griffen einige der bekannten Besonderheiten der Nordschleife auf: ein langer, anspruchsvoller Kurs mit vielen schnellen Abschnitten und engen Passagen, der wegen seines Mixes aus verschiedenen Klassen permanent unterschiedliche Fahrzeuggeschwindigkeiten erfordert – ein Faktor, der im Langstreckensport stets entscheidend ist. Bereits im Zeittraining zeichnete sich ab, dass die Spitzenpositionen hart umkämpft sein würden, wobei die große Vielfalt im Feld zeigte, wie breit die NLS aufgestellt ist, von seriennahen Autos bis zu professionellen GT3‑Rennwagen.
Am Renntag selbst entwickelte sich schnell ein intensiver Kampf an der Spitze des Gesamtklassements. Der in der GT3‑Kategorie gestartete Porsche 911 GT3 R (#3) des Teams Falken Motorsports, pilotiert von Dorian Boccolacci und Alessio Picariello, setzte im Verlauf des Rennens seine Pace durch und dominierte schlussendlich das Feld. Beide Fahrer nutzten eine Mischung aus konstanter Geschwindigkeit, taktisch klug gewählten Boxenstopps und sauberem Management des Verkehrs auf dem langen Kurs, um sich vom Rest des Feldes abzusetzen. Die Ford‑Mustang‑Teams und andere starke Konkurrenten mussten im Verkehr und bei kleineren Entscheidungen etwas Boden einbüßen, was dem Falken‑Porsche einen klaren Vorteil verschaffte.
Boccolacci und Picariello überquerten nach rund vier Stunden Renndauer die Ziellinie schließlich mit einem komfortablen Vorsprung von 30,751 Sekunden vor dem zweitplatzierten Fahrzeug – einem Aston Martin Vantage GT3 Evo des Walkenhorst Motorsport‑Teams –, womit sie ihren zweiten Saisonsieg in Folge perfekt machten. Diese Leistung festigte nicht nur ihre Position in der Gesamtwertung, sondern setzte auch ein deutliches Zeichen für die Stärke von Falken Motorsports in der SP9‑Pro‑Klasse.
Das Rennen selbst hatte mehrere Facetten, die über die reine Geschwindigkeit hinausgingen. In den ersten Runden konnten einige der Mustang‑GT3‑Teams kurzfristig in Führung gehen, ehe ihre unterschiedlichen Strategien – teils längere Stopps zur Vorbereitung auf spätere Saisonläufe sowie taktische Entscheidungen im Umgang mit Verkehr – sie etwas zurückwarfen. Die Folge war ein vielseitiger Positionswechsel, bei dem nicht nur die Spitzenfahrer sondern auch Fahrzeuge aus weiteren Klassen des engen Teilnehmerfeldes immer wieder in den Vordergrund rückten.
Ein Blick auf das Classified Ergebnis neben der SP9‑Elite offenbart die Breite der Konkurrenz auf der Nordschleife an diesem Wochenende: In der SP8T‑Klasse gewann ein BMW M4 GT4 des Teams Team BILSTEIN by BLACK FALCON, während in SP7 ein Porsche 718 Cayman GT4 RS vom BLACK FALCON Team ZIMMERMANN triumphierte. Daneben waren auch in Cup‑ und anderen Serienklassen zahlreiche Teams vertreten, deren eigene Duelle und Klassensiege das Rennen zu einem Erlebnis für Fans aller Leistungsbereiche machten.
Der Triumph von Boccolacci und Picariello sowie die Gesamtleistung von Falken Motorsports bei der ADAC Ruhrpott‑Trophy untermauerten den Anspruch des Teams, in der Serie 2025 zu den führenden Spitzenteams zu zählen. Bereits der Saisonauftakt war von Porsche‑Erfolgen geprägt, und mit dem zweiten Sieg im zweiten Rennen setzten sie diese Erfolgsgeschichte konsequent fort – ein Faktor, der sowohl die Teamstrategie als auch die fahrerische Qualität unterstreicht.
Zugleich zeigte dieses zweite Saisonrennen einmal mehr, wie stark die Leistungsdichte im GT3‑Feld der NLS ist: Obwohl am Ende ein Fahrzeug mit deutlichem Vorsprung gewann, war der Verlauf des Rennens eng, mit engen Abständen und vielen taktischen Entscheidungen, die über Erfolg und Platzierungen entschieden. Gerade die Mischung aus Amateur‑Teams, semi‑professionellen Mannschaften und international etablierten Rennställen macht die NLS auf der langen Nordschleife zu einem besonderen Prüfstein für Fahrer und Ingenieure gleichermaßen.
Insgesamt bot die NLS 2 2025 – ADAC Ruhrpott‑Trophy eine intensive, spannende und abwechslungsreiche vierstündige Rennunterhaltung, in der nicht nur Geschwindigkeit sondern vor allem Strategie, Verkehrskontrolle und Teamarbeit eine entscheidende Rolle spielten. Der klare Erfolg von Falken Motorsports bleibt als ein weiteres Kapitel in der Saison 2025 hängen, getragen von einer Mischung aus fahrerischer Erfahrung und technischer Stärke – und damit ein weiteres eindrucksvolles Beispiel dafür, wie anspruchsvoll Langstreckenrennen auf der Nordschleife sein können.

Falken Motorsport Porsche 911 GT3 R
Foto: Christian Schnurpfeil